BaumschützerInnen-Info vom 5.1.08

Zum Umgang mit den Bauzäunen

Überall dort, wo die Taucher des WSA im vergangenen Sommer Auskolkungen unter der Ufermauer und Zerstörung der Klinkerflachschicht festgestellt haben — und diese Abschnitte betragen insgesamt 3,5 km — muss zum Personenschutz der sog. Gleitkreis, also jener Uferbereich, der beim Einsturz der Mauer höchstwahrscheinlich Richtung Kanal abrutschen würde, durch Bauzäune gesichert werden, übrigens ganz unabhängig von der Frage, ob dort Bäume stehen oder nicht. Für die Unterhaltung der Bauzäune ist ungeachtet dessen, dass sie nur gemietet sind, das WSA verantwortlich. Wie berichtet, ereignete sich letzten Oktober infolge umgeworfener Teile dieses Bauzauns ein folgenschwerer Fahrradunfall, doch da gegen Vandalismus kein Kraut gewachsen sei, Kupplungen zur Verbindung der Zaunelemente regelmäßig abgeschraubt und gestohlen würden, auch die Verdichtung der Kontrollen keine völlige Sicherheit gewähren könne, bleibe nur Sperrung der Uferwege oder Errichtung eines massiven und dann entsprechend kostspieligen Zauns, denn bis zur eigentlichen Sanierung gäbe es zur Abzäunung keine Alternative. Wasserseitige Aufschichtung sog. big bags vor den neuralgischen Bereichen, Verfüllen der Schadstellen, Injektion von Beton in die Fugen oder andere Behelfe könnten hier jedenfalls nichts ausrichten, da man nicht wisse, wie der Untergrund hinter der brüchigen Uferbefestigung beschaffen sei.

An der Frage, mit welcher Methode etwaige Hohlräume zweifelsfrei festzustellen sind: durch elektrische Widerstandstomographie oder durchs Bodenradar des Prof. Weihs, der auf Betreiben einer Arbeitsgruppe der BI im WSA hierüber bereits referierte, entspann sich eine lebhafte Diskussion. Drucksondierung scheide wegen des Gewichts des erforderlichen Geräts aus und ob die radiologische Untersuchungsmethode, die der genannte Göttinger Professor bislang erfolgreich zur zerstörungsfreien Lokalisierung von Baumwurzeln angewandt habe, auch für die Sondierung von Hohlräumen tauge [siehe auch hier und hier], sei für die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) noch nicht ausreichend erwiesen, als dass sie das Verfahren zulassen könnte; ohne Zulassung aber darf es das WSA nicht anwenden, auch nicht probeweise auf einer Teststrecke und auch dann nicht, wenn sich quasi als Nebeneffekt die kostengünstige Ortung von Kampfmitteln ergäbe, denn das Amt sei keine Forschungsanstalt. Da es sich zudem ohnehin nur ums Kurieren von Symptomen im Vorfeld der eigentlichen Grundsanierung handele, zwinge die Bundeshaushaltsordnung zur preiswertesten unter den bewährten Lösungen.

Albrecht Biewald (Fachgebietsleiter Unterhaltung des Gewässerbetts) sicherte jedenfalls zu, dass nochmals überprüft werde, ob die Bauzäune an bestimmten Stellen näher zum Ufer hin platziert werden können. Und auch der Vorschlag, die Zäune nachts zu beleuchten, werde umgesetzt.

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1 Kommentar

  1. maeander said,

    14. Januar, 2008 um 11:47

    Für mich ist schwer nachvollziehbar, warum die Hohlräume nicht mit leichten Rammkernsondierungen ermittelt werden können. Was an Deichen gängige praxis ist, sollte auch hier gehen.


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