BaumschützerInnen-Info vom 03.12.07

„Wem gehört die Spree?“

Unter dieser Fragestellung lud die Landesarbeitsgemeinschaft von B’90/Die Grünen am vergangenen Freitag, 30.11., zu einer hochkarätig besetzten und entsprechend informativen Veranstaltung, die hier unmöglich auch nur näherungsweise resümiert werden kann. Nur soviel: Es wurde einmal mehr sehr deutlich, in welchem Maße der Klimawandel unsere Region affiziert und noch affizieren wird – mit dem Menetekel einer Versteppung Brandenburgs -, wenn, was nicht zu verhindern ist, bis zur Jahrhundertmitte die Durchschnittstemperatur noch um weitere 1,5 Grad ansteigt, wodurch sich die Vegetationsperiode um weitere drei bis vier Wochen verlängert und damit Wasserverbrauch und -verdunstung sowie die Wasserknappheit der Spree, verstärkt noch durch andere Faktoren, weiter zunehmen, während Fließgeschwindigkeit und Gewässergüte des Hauptstadtflusses kontinuierlich abnehmen. Als Gegenmaßnahmen – auch im Hinblick auf Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WWRL) der EU – war von der Wiedergewinnung der Auen, der Abflachung und Renaturierung der Ufer die Rede, und es wurde abermals klar, in welch hohem Maße Gewässerqualität und natürlich auch Schiffbarkeit des LWK von der Situation der Spree insgesamt abhängen. – Auf dessen Sanierung sowie das Mediationsverfahren angesprochen und um Beteiligung gebeten, reagierte Matthias Rehfeld-Klein von SenGUV erstaunt: Man sei doch beteiligt und werde sich für eine Lösung der komplizierten Nutzungskonflikte nach Kräften einsetzen, während der Leiter der Grundsatzplanung der Berliner Wasserbetriebe (BWB), Christian Thomasius, die Bedeutung der Investitionen ins Mischwassersystem hervorhob, die den LWK doch entlasten würden. Anschließend direkt eingeladen, zeigte sich Thomasius verwundert, dass niemand aus seiner Behörde bei der konstituierenden Forumssitzung dabei gewesen sei und versicherte ohne viel Begeisterung, dass dies beim nächsten Mal anders sein werde.

Wir wollen hier die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen und noch einmal zur Beteiligung am Volksbegehren zur Rekommunalisierung der BWB aufrufen, die der „Berliner Wassertisch“ noch bis zum 31.1.2008 durchführt: Macht mit!

Unterschriftsbögen gibt’s unter http://www.berliner-wassertisch.net

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1 Kommentar

  1. ginsberg said,

    13. Dezember, 2007 um 19:11

    Matthias Rehfeld-Klein ein paar Tage später auf einer Veranstaltung der Grünen Liga zur Umsetzung der europäischen WasserRahmenRichtLinie (WRRL) darauf angesprochen, wie er persönlich die Konsequenzen des Klimawandels und den Handlungsbedarf in Bezug auf die Berliner Wasseradern einschätze entzog sich einer konkreten Beantwortung, indem er lediglich auf die wissenschaftlichen Analysen der Postdamer Instituts für Klimaforschung verwies. Nichts illustriert das Phänomen der organisierten Verantwortungslosigkeit besser.


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