BaumschützerInnen-Info vom 21.11.08
BUND-Umweltpreis 2008
Letztes Jahr wurden die Bäume am Landwehrkanal mit dem 1. Preis in Sachen Umweltengagement geehrt; heuer zeichnete der BUND Berlin im Roten Ratenhaus mit dem Trägerverein Lichtenrader Volkspark e. V. die älteste (gegründet 1979) und europaweit einzige BI aus, die sich für öffentliches Grün einsetzt. Seinerzeit vom Umland abgeschnitten und in Plattenbauten gepfercht, schufen die BewohnerInnen des südlichsten Zipfels Berlins auf ca. 50.000 qm Fläche kurzerhand und aus eigenen Mitteln ihren Volkspark selbst. Ausrangierte Weihnachtsbäume machten den Anfang. Spenden gab’s von der Patengemeinde im Bayrischen, aber so gut wie keine Hilfe von der öffentlichen Hand, was Umweltsenatorin Katrin Lompscher in ihrer Laudatio ganz besonders lobte − aus dem Munde einer Linken bemerkenswert. In seiner kurzen Dankesrede ließ Vereinsvorsitzender Wolfgang Spranger
diplomatisch verklausuliert durchblicken, dass die Behörden im Gegenteil jede Menge Fisimatenten machten, bevor sie das Gelände überhaupt verpachteten, dann aufs Sich-Totlaufen warteten und nunmehr auf die biologische Lösung, auf dass der Park endlich in staatliche Obhut übergehe, denn leider fehlt der Nachwuchs. Gerade die Identifikation der BürgerInnen mit ihrem Park aber halte Vandalismus fern.
Den Preis in der Kategorie Wirtschaft und Innovation erhielt die Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE für die kostengünstige Verwandlung eines Lichtenberger Plattenbaus mit knapp 300 Wohnungen ins größte Niedrigenergiehaus Deutschlands. Für 1,9 Mio. EUR (von 8 Mio. für die Sanierung insgesamt) wurde der Verbrauch für Heizung und Warmwasser halbiert, wodurch die Einsparung von einer Tonne CO2 pro Wohnung und Jahr erzielt wird. Seitens der Mieterschaft gab’s große Unterstützung, da die Betriebskosten fallen und die Miete sich nur um 20 ct. pro qm erhöht hat. − International finde das zusammen mit der Deutschen Energieagentur (dena) gestemmte Modellprojekt großes Interesse, sehr geringes hingegen bei deutschen Wohnungsbauunternehmen.
Der Preis in der Kategorie Kinder und Jugend ging an die Umwelttheatergruppe der Malchower Grundschule im Grünen, die als einzige deutsche Schule Umweltlehre als Pflichtfach kennt. Eisbär und Pinguin aus ihrem Klimamusical “Kleine Helden” stiegen leibhaftig auf die Bühne, und zum Schluss brachten drei niedlich kostümierte Kinder den Song “Wir sind die Stromfresser” zu Gehör. Sehr erfrischend, wie der kleine Eisbär-Darsteller die alberne Frage des Moderators “Bist du Knut?” empört zurückwies und sich als wilder Eisbär zu erkennen gab. Die Truppe kann sich über einen Reisegutschein im Wert von 1000 EUR freuen.







