A100-Velängerung versenkt!

Landesparteitag der SPD lehnt Weiterbau mit klarer Mehrheit ab

Feier-Grillen vor der Taut-Aula

Feier-Grillen vor der Taut-Aula

Heureka! Wir haben gesiegt! Der breite, hartnäckige, vielgestaltige Widerstand von AnwohnerInnen und Betroffenen, Bürgerinitiativen, BUND und Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gegen ein absurden, rückwärtsgewandten, megakostspieligen Autobahnbau war ein voller Erfolg: Am heutigen Sonntag (17. Mai) hat die SPD-Basis auf ihrem Landesparteitag mit einer Mehrheit von 118 gegen 101 Stimmen den Plänen des Senats und insbesondere Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyers − “Wir bauen auf jeden Fall!” − eine deutliche Absage erteilt.

Daniel Buchholz, umweltpolitischer Sprecher, und Björn Böhning, Sprecher der Parteilinken, hatten aus ihrer Ablehnung des Vorhabens schon länger kein Hehl gemacht, und Canan Bayram, damals noch in der SPD, inzwischen zur Grünen-Fraktion gewechselt, hatte auf der großen Rad- und Skater-Demo am 19. April ebenfalls leidenschaftlich dagegen Stellung bezogen und auf der Zwischenkundgebung vorm Roten Rathaus den rund 2000 Demonstrierenden bereits von einem sich abzeichnenden Umschwung in der SPD berichtet.

Vom Protest- zum Jubel-Grillen

Tobias Trommer

BISS-Sprecher Trommer

Das Protestgrillen von BISS und Mediaspree Versenken vorm Tagungsort, der Max-Taut-Halle am Lichtenberger Nöldnerplatz, schlug im Nu in ein Feier- und Jubel-Grillen um, als sich gegen 15 Uhr die Nachricht unter den Versammelten wie ein Lauffeuer verbreitete. Auch die Mitglieder von BI/Verein Bäume am LWK, die die Aktionen tatkräftig unterstützt und ihr Teil zum Gelingen beigetragen haben, sind begeistert.

Nach Klingenberg und A100-Verlängerung nun Mediaspree versenken!

Babyprotest

Babyprotest gegen Betonklötze

In einem kurzen Redebeitrag sprach Mediaspree-Versenker Carsten Joost von einer historischen Entscheidung im Interesse des Bürgerwillens und − nach dem gescheiterten Kraftwerksneubau Klingenberg − von der zweiten erfolgreichen Versenkung eines bürgerfeindlichen, umwelt- und klimaschädlichen Projekts. Nun gelte es noch, diesen beiden Mediaspree restlos und vollständig hinterher zu schicken. Vor allem aber müsse Frau Junge-Reyer das laufende Planfeststellungsverfahren nun sofort stoppen, forderte Tobias Trommer, Sprecher von BISS, denn es koste schließlich unsere Steuergelder. Wenn die Senatorin aber meine, sich über diesen Parteitagsbeschluss hinwegsetzen zu können, müsse sie sich nach ihrem Demokratieverständnis fragen lassen und ob sie noch zu Recht ihren Posten bekleide; zudem sei es auch nicht das erste Mal, dass sie versuche, sich über Artikulationen direkter Demokratie einfach hinwegzusetzen.

Freigewordene Mittel in die Zukunft des Landwehrkanals investieren!

Die Millionensummen, mit denen sich das Land an dem Autobahnbau hätte beteiligen müssen, stehen nun für ungleich sinnvollere Vorhaben zur Verfügung. Nach der skandalösen Weigerung des Senats, sich um Mittel aus dem Konjunkturprogramm für Investitionen in ein grünes Infrastrukturprojekt “Zukunftsfähige Sanierung des Landwehrkanals” zu bemühen, sollte jetzt das Mediationsforum zu eben dieser “Zukunft des LWK” an SenStadt appellieren, die nun freigewordenen Gelder in einen (angeblich längst geplanten) durchgängigen Ufer-Radwanderweg entlang des LWK zu investieren, um auf diese Weise endlich eine emissionsfreie Innenstadtquerung zu ermöglichen. Hier wäre eine breite Zustimmung der Bevölkerung gewiss!

Abgeordneter ackert

Christian Ströbele pflanzt Birnbaum am Spreeufer

Unter Aufsicht

Unter Aufsicht

Als Zeichen für die Rückkehr zum Eigenanbau einheimischer Obstsorten für aktiven Klimaschutz, gegen den klimaschädlichen Import haltbar und dadurch geschmacks- und vitaminarm gemachter Früchte aus Chile oder Südafrika sowie für Öffentlichkeit und Offenhaltung eines 50 Meter breiten Spreeuferstreifens entgegen den Senats- und Investoreninteressen an einer Uferbetonierung hat der stellvertretende Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, Hans-Christian Ströbele, unter vollem Körpereinsatz auf dem YAAM-Gelände nahe Stralauer Platz in Friedrichshain ein Birnbäumchen gepflanzt. Bezirksbürgermeister Franz Schulz beaufsichtigte die Arbeit.

Obstbaum-Pflanzung

Weitere Aktive

Andere Engagierte pflanzten Kirschbäume und weitere Obstsorten, ja sogar Wein.

Wollen wir hoffen, dass sie an einem märkischen Strand auch gedeihen. Dem Aushub wurde ein Drittel Pflanzerde beigemischt, auf dass der Sand “humös” werde. Jetzt heißt es, ordentlich wässern, bis die Wurzeln das Grundwasser erreicht haben.

Ströbele ackert

Geschafft!

Ströbele beklagt das Verschwinden von Wirtschaftsgärten gerade auch im Stadtgebiet und die verbreitete Tendenz zu reinen Ziergärten, die oftmals mit zu viel exotischen Pflanzen und englischem Rasen ausstaffiert seien, was ökologisch auch für die hiesige Vogel- und Tierwelt fatale Effekte habe. “Hier kommt es tatsächlich auf eine Art Re-Kultivierung an”. − Das solle natürlich nicht heißen, dass er prinzipiell gegen Obst-Importe aus Übersee sei, zumal dann, wenn winters im Norden nichts wachse oder die regionale Ernte den Bedarf nicht decke. Doch auf Erdbeeren im Dezember, die auch nach einer Woche perfekt aussähen, aber nach wie vor nach sauren Äpfeln schmeckten, könne er auch abgesehen von CO2 und Energiebilanz sehr gut verzichten.

Mediaspree samt A100-Verlängerung versenken!

Carsten Joost von der BI Mediaspree Versenken, die diese Aktion unterstützte, schätzt derweil die Aussichten für ein Fortbestehen des YAAM an dieser Stelle durchaus günstig ein: der Bebauungsplan, der hier eine Freifläche vorsieht, sei inzwischen verlängert; selbst für die Bar 25 am Holzmarkt sei noch nicht aller Tage Abend und durch Grundstückstausch sowie einer geringfügigen räumlichen Verschiebung ein Kompromiss in Reichweite. Allmählich scheine Eigentümern wie Politikern doch noch zu dämmern, dass man diese kreativen und überaus beliebten Nutzungsformen nicht einfach kassieren könne.

Protestgrillen

Protestgrillen

Ebenso stehe es mit der geplanten Verlängerung der A100 gegen den erklärten Willen des Bezirks, juristische Klagen von potentiell Zwangsumgesiedelten und Naturschutzverbänden und den vielen Hunderten Einwänden von Betroffenen.

Neben der Linken beginne auch die SPD in dieser Frage zu schwanken, und deshalb gelte es, vor ihrem morgigen Landesparteitag (17.5.) in der Max-Taut-Aula auf dem Nöldnerplatz in Erprobung einer neuen Aktionsform mit einem Protestgrillen die Delegierten gewissermaßen in die richtige Richtung zu räuchern. − Und selbstverständlich wird auch Vegetarisches gegrillt.

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Alle, denen Mediaspree ebenso wie die A100-Verlängerung stinkt,
sind am Sonntag ab 15 Uhr, Nöldnerplatz herzlich eingeladen,
grillenderweise zurückzustinken!

Obstbäume für Berlin

Pflanzaktion am Yaam

WikiWoodsAm Freitag, 15. Mai, ab 16 Uhr werden auf dem YAAM-Gelände am Spreeufer in Friedrichshain (Stralauer Platz) mit Unterstützung von Xhains Bürgermeister Franz Schulz und MdB Christian Ströbele öffentlichkeitswirksam Obstbäume gepflanzt. Anschließend gibt’s Party unterm Motto Dance Around the Fruit Tree − nee − Obstbaum. Die auch von den MediaSpree-VersenkerInnen unterstützte Aktion steht an dieser Stelle natürlich auch im Kontext der Verteidigung des Xhainer Grüns gegen die Betonpolitik des Senats und die Investorenmeute, die bekanntlich auch mit den Spreeufer-Strandbars aufräumen will. Für die Bar 25 ist bekanntlich am 1. September endgültig Schicht.

Organisiert von WikiWoods

Organisiert hat diese Pflanzaktion die Berliner Inititative WikiWoods, die sich, alarmiert vom IPCC-Report vom November 2007, seitdem weltweit vor allem für die Wiederaufforstung naturnaher Wälder engagiert, um die Folgen der heraufziehenden Klimakatastrophe abzumildern. Eine Web-Plattform im Wiki-System dient dabei der Vernetzung von Aktiven, Fachleuten und Sponsoren und bietet potentiell jeder(m) die Möglichkeit, vor Ort gegen den Klimawandel aktiv zu werden. − Bisher haben auf diese Weise etwa 260 Ehrenamtliche immerhin schon knapp 14.000 Bäume gepflanzt.

Ob nun allerdings Obstbäume am Spreeufer gedeihen können, wenn, kaum dass sommers erste Früchte reifen, Strandbar-Gäste in die Kronen steigen, bleibt abzuwarten. Zudem werden Obstbäume, mit Ausnahme der Walnuss, von der Berliner Baumschutzverordnung auch nicht geschützt. − Das soll nun beileibe keine Miesmacherei sein, kommt halt auf den Versuch an.

Dass aber angesichts der durch Bankenskandale, Bankenbeschirmung und Milliarden-Steuerausfällen dreifach leeren öffentlichen Kassen einer engagierten Zivilgesellschaft gar nichts anderes übrig bleibt, als (neben anderen öffentlichen Aufgaben) auch die Pflege, Entwicklung und Verteidigung ihrer Grünflächen & Parkanlagen in die eigenen Hände zu nehmen, ist wohl unstrittig. In unserm Nachbarbezirk machen es die dortigen BIs wie der Bürgerverein Gleimviertel und B.I.R.D.S. auf ihrem Pankower Weg schon seit zwei Jahren vor.

In eigener Sache

Jahreshauptversammlung 2009
der Bäume am Landwehrkanal e.V.

Zum Rechenschaftsbericht

Auf der Jahreshauptversammlung unseres Vereins am vergangenen Montag (11.5.) ließ der Rechenschaftsbericht des Vorstands eine ansehnliche Reihe von Erfolgen Revue passieren, die über den endlos zähen Verhandlungen im Mediationsverfahren zur “Zukunft des LWK” allzu leicht vergessen werden. Und da war einiges mehr als nur die Ausrichtung des Großen LWK-Tages am 13. September letzten Jahres mit Paddelparade, Podiumsdiskussion und Party, der aber sicher als ein Highlight unserer Aktivitäten gelten darf.

Auch heuer ist übrigens vom Aktionsbündnis “LWK für Alle!” wieder eine solche Parade geplant, nämlich am 11. Juli, diesmal aber als Demonstration, um den Kanal symbolisch in Besitz zu nehmen.

Die PolitikerInnen erinnern!

Um es noch mal kurz in Erinnerung zu rufen: Die damalige Podiumsdiskussion mit Umweltsanatorin Katrin Lompscher, MdB Christian Ströbele, Xhains Bürgermeister Franz Schulz, dem Ex-Juso Chef und Xhainer SPD-Bundestagskandidaten, Björn Böhning, WSD-Chef Thomas Menzel und BUND-Geschäftsführer Tilman Heuser kreiste um den mittlerweile bei manchen geradezu zum Unwort avancierten “Masterplan”, also eine (um das abgegriffene “ganzheitlich” zu schonen) systemische Planung der Sanierung, die ökologische, soziale, stadt- und verkehrsplanerische sowie ökonomische Zielstellungen ausbalanciert integriert und neben der Pflege unserer Stadtnatur auch die des Baudenkmals nicht versäumt. Ausnahmslos alle DiskutantInnen befürworteten diese Art der Planung als alternativlos und zeitgemäß –, doch obwohl damals noch kein Wahlkampf herrschte, haben sich diese Einlassungen bis dato weitestgehend als symbolpolitische erwiesen.

Lokal handeln nicht nur in Xberg

Von Senatens verlautet, wie hier bereits wiederholt kritisch paraphrasiert: Wenn nicht der Bund zuständig ist, dann sind’s eben die Bezirke, keinesfalls aber das Land: der Senat könne da allenfalls moderieren. Franz Schulz war auch sogleich bereit, die Feder zu führen, doch die restlichen vier Anrainerbezirke mochten nicht folgen und ließen durch ihre Grünamts-MitarbeiterInnen umgehend abwinken, so dass “die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung keine Basis für ein weiteres gemeinsames Vorgehen” mehr sieht. Also soll es nun eine Gesamtplanung LWK-Sanierung nur für Kreuzberg geben – so als bräuchte es einen durchgehenden Ufer-Radwanderweg nur hier; als könne ein aquatischer und terrestrischer Biotopverbund an der Bezirksgrenze enden; als beträfe die ökologische Aufwertung dieses elf Kilometer langen innerstädtischen Wasserwegs und (vielfach nur potentiellen) Grünzugs nicht die anderen Bezirke gleichermaßen. Ein solches Projekt muss aber ihre materiellen wie personellen Ressourcen weit übersteigen, hat andererseits aber gesamtstädtische Bedeutung und fällt mithin in die Zuständigkeit von SenStadt.

Druck tut not!

Damit droht die auch von den VertreterInnen der WSD favorisierte Zweigleisigkeit der Planung dringlicher, wasserbaulich-technischer, und mittel- bis langfristiger Maßnahmen stillschweigend ad acta gelegt zu werden. Dass die Kooperation von Bundes- und Landesbehörden und zumal des WSA mit SenStadt, SenGUV, geschweige den Bezirken reich an Friktionen und von gegenseitigem Misstrauen, von Arroganz und Renitenz geprägt ist, ist kein Geheimnis, doch angesichts einer Erlasslage, die auch die WSV des Bundes zu aktiven ökologischen Maßnahmen bei der Wasserstraßenunterhaltung verpflichtet, des galoppierenden Klimawandels und der Notwendigkeit, mit “grünen Investitionen” aus der ökologisch-ökonomischen Krise zu steuern, ist das BMVBS aufgerufen, wenn es denn nicht nur verbal, sondern real an nachhaltiger Stadtentwicklung, Förderung emissionsarmer Mobilität und gelingender BürgerInnenbeteiligung an solchen Planungsprozessen interessiert ist, hier durchaus noch mal nachdrücklich auf die Landesbehörden einzuwirken.

Neuer BaL-Vorstand gewählt

Zurück zur Hauptversammlung: Der Vereinsvorstand wurde (bei einer Gegenstimme) entlastet, durch Satzungsänderung von sieben auf fünf Mitglieder verschlankt, und nach erfolgter Neuwahl reicht nun seine Altersstruktur von Anfang 20 (Ina Liebing) bis Mitte 50 (Achim Appel). Bernd Heitmann und Michael Neuhaus wurden im Amt bestätigt und ferner kam Web-Redakteurin Birgit Dorbert noch hinzu. Die Wahl des geschäftsführenden Vorstands, die Verteilung der Ämter und Aufgaben etc.pp. erfolgt nächste Woche, und erst dann wird auch die Website entsprechend aktualisiert.

Kreative Aktionen

Nun müssen wir angesichts des ungeachtet allen Mühens sehr durchwachsenen momentanen Stands des Mediationsverfahrens zur “Zukunft des Landwehrkanals” unsere Forderungen nach realer und nicht nur symbolischer Nachhaltigkeit der Sanierung, möglichst mit kreativen, bunten Aktionen flankiert, wieder verstärkt in die Öffentlichkeit transportieren, denn es ist nun mal so, dass, wenn grad keine Fällungen anstehen, die Menschen die Bäume für gerettet und die Angelegenheit damit für erledigt halten. Die Tatsache, dass größere Baum- und Vegetationsschäden immer nur dadurch verhindert bzw. begrenzt werden können, dass wir uns quasi als Bauaufsicht betätigen, hat für die offiziellen Medien keinen Nachrichtenwert. Die Mühen der Ebene liefern nur sehr bedingt Stoffe für dramatisierende Bearbeitung oder gar einen Scoop.

Unterstützung hochwillkommen!

Gleichwohl ist es ein Stück weit – womöglich Ausdruck eines schon habituell gewordenen mediativen Tunnelblicks – für unsereins schwer nachvollziehbar, weshalb sich die Bereitschaft der vielen, sich für ihr Lebensumfeld leidenschaftlich engagierenden Menschen, die es glücklicherweise in unserer Stadt und namentlich auch in den betroffenen Bezirken gibt, sich mit uns für ein städtebauliches Modellprojekt LWK einzusetzen, das als Teil eines sowohl konjunkturfördernden als auch aufs beschleunigt herannahende ökologische Desaster antwortenden Vorhabens, eher in Grenzen hält. Sicher gibt es immer Wichtigeres als den LWK, doch wir sollten nicht den einen Hotspot naturverträglicher Naherholung, die eine Klimatisierungsschleuse, den einen innerstädtischen Wander- und Ausbreitungskorridor für immer seltener werdende Tier- und Pflanzenarten gegen andere derartige, naturschutzfachlich womöglich wertvollere Hotspots wie z.B. das Gleisdreick-Gelände, den Biesenhorster Sand, das Tempelhofer Feld usw. ausspielen.

Werdet Mitglied bei den Bäumen am Landwehrkanal!

Und so weit es unsere zeitlichen und personellen Kapazitäten irgend zulassen, wollen wir auch weiterhin die Kooperation mit Initiativen, die in den und für die genannten Flächen aktiv sind, nach Kräften unterstützen, die Vernetzung intensivieren und verdichten, propagandistische Schützenhilfe leisten und unsere Aktivitäten koordinieren, auf dass – auch jenseits unseres Kiez’ – unsere Stadt eine grüne Metropole bleibt und aus der Großen Krise nach Möglichkeit lebenswerter und attraktiver hervorgeht für die Bevölkerung, die BesucherInnen und eine vielleicht wieder wachsende Vielfalt nichtmenschlichen Lebens.

Zum Spenden oder Förder-Mitglied werden hier lang…

Gleisdreieck-Tragödie stoppen!

Integration durch Desintegration?

Pflaster+Gleise

Rausgenommen: Großsteinpflaster und Gleise

Unterdessen hat die Zerstörung der schönsten Bahnbrache Berlins im Auftrag der Senatsverwaltung ihren Fortgang genommen und wird womöglich mit vom Bezirk beantragten überbezirklichen Geldern in Höhe von 5,5 Mio Euro (die also nicht aus dem Konjunkturpaket II stammen, wie es zunächst in der Presse hieß) auf die einzige und auch noch multikulturelle Kleingartenkolonie F’hain-Xbergs im Westen des Geländes ausgedehnt. 50 Parzellen der 24 Ethnien entstammenden Mitglieder der Kolonie Potsdamer Güterbahnhof (POG) sollen ausgerechnet der Anlage eines Fußballstadions für den ursprünglich türkischstämmigen, aber längst multiethnischen Verein Türkyiemspor planiert werden. Nur die im nordwestlichen spitzwinkligen und deshalb für Sport unattraktiven Zipfel liegenden 12 Parzellen erhalten Bestandsschutz. Das eine bedeutsame Integrationsprojekt soll wegen eines bedeutenden anderen zunichte gemacht werden. (Und wir denken natürlich an die Rosa Rose, wo der Bezirk vor Jahresfrist schon mal mit bedauerndem Schulterzucken der Zerstörung einer als gelungenes Integrationsprojekt gelobten multikulturellen Kleingartenkolonie zugeschaut hatte.)

Kirschblüte

Kirschblüte nahe "Möckernpromenade"

Widersprüchliche Pressemeldungen in taz und MoPo in der ersten Aprilwoche deuten auf unzureichende Absprachen zwischen Sigrid Klebba, Leiterin der Abt. Bildung und Sport im Xhainer Bezirksamt, und ihrem Pendant beim Senat, Staatssekretär Härtel. Denn nun werden dem Fußballclub, der dreißig Jahre vergeblich nach einem eigenen Platz suchte, gleich deren drei angeboten: von Bürgermeister Schulz die Kleingartenanlage, von Innensenator Körting der Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg und vom Bezirk Mitte das Poststadion an der Lerther Straße. Obwohl der erfolgreiche Regionalligist längst ein gesamtstädtischer Verein ist, sieht er seine Wurzeln in Kreuzberg, weshalb das Gleisdreieck wohl erste Wahl wäre; die “Mielke-Arena” (Volksmund lt. taz) könnte dem Training der A-Jugend und der Herrenmannschaft dienen.

Fußball statt Kleingärten?

Gegen das Gleisdreieck-Gelände spräche aber außerdem noch die allzu große Nähe zur Wohnbebauung in der Bülowstraße. Auch die Führung des sog. Generalszuges, jener schon von Lenné geplanten Ost-West-Verbindung zwischen Kreuz- und Schöneberg, Horn- und Bülowstraße, träfe nach der Fernbahntrasse auf ein weiteres Hindernis und wanderte endgültig zurück ins Archiv.

[Verspäteter Nachtrag (27.4.): Schon in einer Ausschusssitzung am 22.4. hatte Franz Schulz aus den genannten Gründen − Körtings Jahn-Stadion-Offerte und die Kollision der Fußballplätze mit dem "Generalszug" − den sogenannten Teilungsbeschluss, der die baurechtliche Voraussetzung fürs Angebot an Türkyiemspor schaffen sollte, zurückgezogen. − Näheres im Gleisdreieck-Blog.]

Der Vorschlag, Fußballplätze in jenen Bereich C zu verlagern, den der Loidl-Entwurf für die große Wiese vorsieht, und zugleich durch den Erhalt des Kleingarten-Biotops so ökonomisch wie irgend möglich mit den A&E-Mitteln zu haushalten, indem sie statt für Entschädigungsleistungen für den Park verwendet werden können, stößt auf den Widerspruch des genannten Atelier Loidl, das eine zu große Modifizierung seiner Planung befürchtet.

Als würde die nicht fortwährend modifiziert, wenn es nur um Beräumung der Vegetation geht! So soll jetzt die sog. Möckernpromenade entlang der gleichnamigen Straße dreißig Meter breit und mit einer wassergebundenen, pflegeleichten Decke versiegelt werden. Das Großsteinpflaster ist bereits heraus genommen und angeblich nur die abgestorbene Vegetation, aber man kann sich unschwer vorstellen, was von dem “großen vegetativen Rahmen”, den der ursprüngliche Wettbewerbsbeitrag, aber auch noch der Vorentwurf von 2007 vorsah, übrig bleibt, wenn die Kehrmaschine kreisen soll.

Ein alter Beiratsbeschluss

Im Wäldchen

Im Wäldchen

Entgegen den Absprachen und allen Protesten fiel just zu Beginn der Brutperiode der Zaun ums naturschutzfachlich wertvollste und Herzstück des Areals: das sog. Wäldchen. Die Hunde hatten ihre Freude am Aufspüren der Bodenbrüter wie Zilpzalp und Fitis, die nun eben dort keine Brutvorkommen mehr haben. − “Das ‘Wäldchen’ soll prioritär nach Zielen des Naturschutzes und der Naturerfahrung entwickelt und gepflegt sowie den Parkbesuchern im Rahmen von Führungen behutsam erlebbar gemacht werden”, hieß es dazu noch im Beschluss des Sachverständigenbeirats für Naturschutz und Landschaftspflege und stammt aus einer anderen Zeit, nämlich 2005. Jetzt hört sich der Naturschutzbeauftragte des Senats, Professor Kowarik, ganz anders an, sieht den Nutzungsdruck stärker werden, die Nutzergruppen heterogener, so dass es unmöglich sei, das auf dem Schöneberger Südgelände praktizierte Ruderalkonzept aufs Gleisdreieck zu übertragen. Hier “etwas zu machen und zu sagen, das hat Bestand, ist unrealistisch”, weiß Kowarik heute.

Protest des BUND

Niedergelegter Zaun

Niedergelegter Zaun vorm Wäldchen

Der BUND protestierte derweil in einem Schreiben an Senatorin Junge-Reyer u.a. gegen die Zerschneidung des Wäldchens von drei sechs bzw. drei Meter breiten Betonwegen und die damit verbundene weitgehende Öffnung der für den Natur- und Artenschutz wesentlichen Fläche und fordert eine Rückkehr zum ergebnisoffenen Dialog mit den BürgervertreterInnen. Als erstes Ergebnis des Briefes ist ein Gespräch mit der Senatsverwaltung geplant, bei der die offenen Konfliktpunkte und die Bilanz der bisherigen Bürgerbeteiligung diskutiert werden sollen (insbesondere die Themen Wäldchen, Blumenwiese, Möckernpromenade). Daran sollen auch die BürgervertreterInnen beteiligt werden.

Antrag der Grünen

Nächsten Dienstag (28.4.) stellt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Antje Kapek, einen Antrag in der Xhainer BVV, der das Bezirksamt auffordert, sich für eine Ausweisung des “Wäldchens” als Landschaftsschutzgebiet (LSG) einzusetzen sowie zur einstweiligen Sicherstellung für die Verhängung eines Veränderungsverbots gemäß § 23 NatSchGBln. Frau Kapek geht davon aus, dass auch die Fraktionen von SPD und Linken diesem Antrag zustimmen. − Man wird sehen, was das Bezirksamt in dieser Frage vermag.

Mäusebussard

Mäusebussard am Technikmuseum

A 100 stoppen!

Eindrucksvolle Demonstration des BürgerInnenwillens

Stressfrei

Stressfrei auf der Frankfurter Allee

Kurz vor Ablauf der Einwendungsfrist gegen die A100-Verlängerung am kommenden Donnerstag, 23. April, veranstalteten die GegnerInnen dieses unsinnigen, rückwärtsgewandten Verkehrsprojekts − allen voran die BISS − am gestrigen Sonntag (19. April) mit über 2000 TeilnehmerInnen eine machtvolle Rad-Skater-Demo*. Auch B’90/Die Grünen und der BUND (und nicht zuletzt die Bäume am LWK ;) ) hatten dazu aufgerufen und sich angesichts dessen sogar die Meterologen kurzfristig eines anderen besonnen: Bei idealen Witterungsbedingungen − strahlender Sonnenschein bei moderaten Temperaturen − ging’s vom S-Bhf. Treptower Park, wo das Straßenmonster seine Blechlast ausscheiden würde, entlang deren mutmaßlichen Hauptweg über Elsenbrücke, Strahlauer Allee, Warschauer Straße zur Frankfurter Allee, deren AnwohnerInnen sicherlich mit einer Reduzierung ihrer Lebenserwartung zu rechnen hätten.

Zwischenkundgebung

Zwischenkundgebung vorm Roten Rathaus

Auf der Zwischenkundgebung vorm Roten Rathaus sprach zunächst Andrea Gerbode von der BISS zu den Massen, währenddessen Einwendungsvordrucke verteilt und, an Ort und Stelle ausgefüllt, gleich vom “mobilen Postamt” auf einem Fahrrad-Gepäckträger entgegengenommen wurden. Frau Gerbode rekapitulierte noch einmal die umfängliche Liste alles dessen, was dem Asphalt zum Opfer gebracht werden soll, und legte dabei das Schwergewicht auf den Natur- und Artenschutz: Ca. 300 Obstbäume, aber auch ein Dutzend über hundertjähriger Platanen und eine Vielzahl von Kleinbiotopen, denn die ökologische Bedeutung innerstädtischer Kleingartenkolonien werde nach wie vor weit unterschätzt. Mit den bedrohten ca. 400 Gärten würden Niststätten von gefährdeten Vogelarten wie Haubenlerche und Pirol, Fledermausquartiere, Unterschlupfmöglichkeiten für Igel oder auch Vorkommen von über vierzig Hautflügler-Arten bedenkenlos vernichtet.

Franz Schulz

Franz Schulz

Franz Schulz, grüner Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg und wie seine Partei seit langem erklärter Gegner des Projekts, bekräftigte noch einmal, dass sein Bezirk mit den Stimmen von SPD und Linken gegenüber SenStadt eine “negative Stellungnahme” zum Vorhaben abgeben werde und rief die Versammelten auf, noch rasch möglichst viele individuelle Einwände zu erheben, um es der Senatsverwaltung beim Abwägen nicht gar zu einfach zu machen. − Der Bürgermeister verwies auf den rückläufigen Autoverkehr in der Stadt, dem offenbar durch Straßenneubau entgegengewirkt werden solle − ein völlig verfehltes Signal der Landesregierung.

Matuschek + Stroebele

Jutta Matuschek und Christian Ströbele

Jutta Matuschek, für die Linke im Abgeordnetenhaus, mit Wahlkreis im betroffenen Treptow-Köpenick, sprach sich ebenfalls vehement gegen die Pläne aus, die ihre Partei in der regierenden Koalition bekanntlich mitträgt. Um innerstädtische Bezirke, die aber eine relativ geringere Wohnbebauung aufwiesen, zu entlasten, würde der Verkehr in dicht bewohnte Außenbezirke verlagert. Aber einem  “Innen hui, außen pfui!” werde sie nicht zustimmen, auch deshalb nicht, weil zu beobachten sei, dass gerade Bezirke mit solchen Trassen regelmäßig auch zu sozialen Problemzonen verkämen. Aber die mehrheitlich besonders im Ostteil der Stadt beheimateten Autonarren gäbe es nicht zuletzt in ihrer Partei.

Mobiler Briefkasten

Mobiles Postamt

Der Senat habe zur Erreichung der Klimaschutzziele schon Millionen in sehr sinnvolle Projekte wie etwa die energieeffiziente Sanierung öffentlicher Gebäude investiert, den Bau eines neuen Kohlekraftwerks gestoppt etc., drohe nun aber auf Druck mächtiger Lobbys wie der Bau- und Autoindustrie, aber auch Anschütz, alles auf den Weg gebrachte zu konterkarieren.

Der Lärmteppich der Autobahn mit einer Breite von 400 Metern würde sich auch über den Treptower Park breiten, wo sich doch hier im Gegenteil die Gelegenheit biete, dieses Gartendenkmal und Naherholungsgebiet durch konsequente Lärmschutzmaßnahmen weltberühmt zu machen.

Canan Beyram

Canan Bayram

Canan Bayram, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, signalisierte, dass es auch dort bröckele. Sie jedenfalls, die in Xhain wohne und ihre Kinder genau entlang der Demo-Route täglich zur Schule bringe, habe es genossen, einmal nicht als Radfahrerin von der Blechkarawane an den Rand gedrängt zu werden, sondern einmal unbehelligt die Straße benutzen zu dürfen.

Ströbele

Vorm Brandenburger Tor

Als Schlussredner erinnerte Christian Ströbele, Fraktionsvize der Bundestags-Grünen und Xhainer Direkt-Kandidat, an die Binsenweisheit, dass schöne neue breite Straßen schön viel neuen Verkehr erzeugten, Autobahnen noch mehr Verkehr und die Zufahrten ihn in die Wohnviertel von Neukölln, Xhain, Treptow, Lichtenberg trügen.

Transpi

Ein Transpi wird angebracht

Ströbele verwies auf die Frischluftschleuse, die von Westen her für die Ventilation der östlichen Innenstadt so wichtig sei und unter keinen Umständen erhitzt, verrußt, verschmutzt werden dürfe, um dann die Gesundheit der BürgerInnen zu gefährden.

Und was könne man nicht alles mit den 435 Mio Euro, die diese absurd teuren dreieinhalb Kilometer nach jüngsten Schätzung kosten sollen, für den ÖPNV tun, für die fahrradgerechte Stadt usw. Deshalb könne es nur heißen: “Hop! Hop! Hop! A 100 Stopp!” − Und die Menge, die unterwegs recht still geradelt und geskatet war, skandierte dankbar den Slogan.

Plakat

Gärten statt Autobahnen!

Weiter ging’s durchs Brandenburger Tor und, nach einem Abstecher zum Reichstag, an Siegessäule, leuchtend frisch belaubtem Tiergarten und vornehmem Diplomaten-Park vorbei wieder zurück nach Osten bis zum stillen Köllnischen Park, wo vis-à-vis der imposanten “Trutzburg” des Märkischen Museums Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer residiert. (Womöglich, kommt einem in den Kopf, lässt sie sich in ihrem sturen Trotz am Festhalten musealer Pläne zur autogerechten Stadt vom Blick aus dem Bürofenster inspirieren.)

Die unterdessen noch angewachsene Masse der TeilnehmerInnen an der Abschlusskundgebung ließ sich nicht davon beirren, dass die Behörde sonntags ziemlich verwaist ist. Das bekannte Plakat wurde ans Portal geheftet, ein Polizist pflanzte sich daneben auf, und Harald Moritz von der BISS sprach das Schlusswort: Er mahnte noch mal, bis Mittwoch Einwendungen zu schreiben und erinnerte daran, dass nicht nur der Autobahnbau Geld koste, sondern auch der Widerstand dagegen.

Einwendungsclown

Einwendungsclown propagiert Potenzierung

Sogleich wanderten noch zahlreiche Einwendungen in den mobilen Postkasten, dann trat eine Truppe Clowns auf, die Einwände gegen die Einwendungen erhoben und mehr Autobahn forderten, ja, einander überbietend, schließlich für jedes Auto eine eigene, so dass man sie viele Stockwerke hoch bauen müsse, bis man die Sonne nicht mehr sehen und endlich die Milch mit dem teuren Lichtschutzfaktor spare. Die vielen teilnehmenden Kinder waren begeistert, der Einwendungspostkasten wurde auf einen Teppichläufer entleert, und da der Briefschlitz der Senatsverwaltung kindgerecht niedrig angebracht ist, stopften die Kleinen stapelweise die Karten hindurch. Vorher waren aber noch drei ausgelost worden, und als Gewinn gab’s das A100-Survival Kit mit Atemmaske und Feinstaubwedel.

Es war eine so schöne wie eindrucksvolle, so kreativ-spaßige wie friedfertige Demonstration, dass die Betroffenen und mit ihnen nicht nur OppositionspolitikerInnen, sondern auch solche aus den regierenden Parteien dieses Vorhaben, mit einem ganzen Strauß triftiger Gründe und Argumente bewehrt, leidenschaftlich ablehnen.

Einwerfen

Ab die Post!


* Unerfindlich, wieso die Hauptstadtpresse nur von 1500 schreibt, wenn sogar die Polizei, die sich im Übrigen sehr zurückhielt und vornehmlich mit dem Beruhigen aggressiv-ungeduldiger Autofahrer beschäftigt war, vor Ort von 1800 DemonstrantInnen sprach, und die Polizei untertreibt in solchen Fällen bekanntermaßen gerne.

Heute (9.4.) war letzter Tag!

Einwände werden aber noch bis zum 23. April entgegengenommen

Inzwischen sollen es schon weit über 400 sein, aber dass die Einwendungen gegen diesen vollkommen unnötigen und anachronistischen Autobahnbau zunächst eher zögerlich eintrafen, liegt natürlich in der Natur der Sache. Da sich SenStadt wild entschlossen gibt, das Ding durchzuziehen und auch die besten Gründe nach dem 23. April nicht mehr stechen, wollen BürgerInnen, die sich ihrer Verantwortung für ihr näheres und weiteres Lebensumfeld bewusst sind und ihr gerecht werden wollen, bei ihren Einsprüche auch nicht einfach aus der Hüfte schießen.

Stadtstraße als Alternative?

Der Planungsgruppe “Keine Autobahn über die Beerenstraße” geht es nun nicht etwa darum, mit ihrem Alternativvorschlag einer normalen zweispurigen Stadtstraße der BISS und allen GegnerInnen jedweden Straßenneubaus in den Rücken zu fallen und auch nicht darum, sich, statt nur abzulehnen, konstruktiv zu erscheinen − wir wissen ja spätestens seit dem erfolgreichen BürgerInnenbegehren gegen MediaSpree, dass unsere Stadtentwicklungssenatorin zivilgesellschaftliches Engagement, welches sich einfach nur gegen etwas ausspricht, als irrelevant abtut −, sondern die genannte Planungsgruppe um Norbert Rheinlaender will anhand eines detailliert ausgearbeiteten Konzepts lediglich zeigen, dass der Senat bei seinem Rückgriff auf die Planungen von 1995, die das Stadtring-Projekt einfach fortschreiben und wofür seinerzeit eben der Bund die Mittel bewilligt hatte, sowohl eine aktuelle Verkehrsanalyse als auch die Prüfung von Alternativen vermissen lässt. − Und bezeichnend ist, dass hier mal wieder BügerInnen unentgeltlich die Arbeit der Verwaltung tun müssen.

Senatspläne schreiben nur alte Vorgaben schematisch fort

In den Modellrechnungen werde sogar mit unterschiedlichen Zahlen zum erwarteten Verkehrsaufkommen hantiert und ein regelrechtes Verwirrspiel getrieben, doch vor allem gebe es nur Daten bis 2007, so Rheinlaender. Es fehlen offenkundig Verkehrszählungen aus der Zeit nach der Eröffnung der A 113 Richtung BBI-Flughafen und Adlershof im Mai letzten Jahres, welche die Auswirkungen fürs Verkehrsaufkommen auf der A 100 dokumentieren.

Öffentliche Verkehrsdebatte tut not!

Angesichts der heraufziehenden Klimakatastrophe und einer längst überfälligen radikalen Hinwendung zu nachhaltiger Stadt- und Verkehrsplanung sei eine bloße Fortschreibung überholter Planungen vornehmlich aus Gründen bereits bewilligter Bundesmittel, aber ohne substantiierte Bedarfsanalyse, ja ohne Bezug der zu erwartenden Lärm- und Schadstoffemissionen auf die einschlägigen EU-Grenzwerte nicht zu verantworten. Dabei könne die dringliche Debatte über eine bürgerfreundliche, naturverträgliche und klimaneutrale Berliner Verkehrsplanung zweifellos nicht vor Gericht, sondern müsse verstärkt in der Öffentlichkeit geführt werden.

Dem können wir uns nur anschließen und indem wir allen entspannte Feiertage wünschen, möchten wir gleichwohl dazu auffordern, nach Möglichkeit die Osterpause auch noch für die Formulierung weiterer Einwendungen zu nutzen. Einsendeschluss ist, wie gesagt, der 23. April (Posteingang in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung − Referat GR B −, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, Telefax: 9012-3712).

Argumentationshilfen für Einwendungen finden sich auf der Website von BISS, der BI Stadtring Süd, hier und hier.

Und nicht vergessen:

Am
Sonntag, 19.4.,
startet die
Große Rad-Skater-Demo
um
15 Uhr am Treptower Park!

Rad-Skater-Demo

Kommt zahlreich & massenhaft!

See you there!

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