Langjähriger Mitarbeiter des Bezirksamts Neukölln und hochgeschätztes Mitglied des Mediationsforums “Zukunft Landwehrkanal” unerwartet verstorben
Als während eines Ortstermins des Mediationsforums „Zukunft Landwehrkanal“ in einem Kanalanrainer-Bezirk schon mal angekündigt wurde, welche Schnittmaßnahmen an Uferbäumen demnächst vorgenommen würden, um die angeblich notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu erleichtern, bemerkte Heinrich Mechelhoff vom Neuköllner Grünflächenamt nur lakonisch: „Nanu, ich denke, wir haben ein Mediationsverfahren.“
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Diese trockene Schlagfertigkeit, vor allem aber sein verschmitzter, selbstironischer Humor waren Markenzeichen Mechelhoffs. Und über sein eigentliches Metier, die Baumpflege hinaus, wusste der immer bescheidene, bewusst tief stapelnde Staatsdiener mit Kenntnisreichtum zu verblüffen. Den BürgervertreterInnen, die oft den Fortbildungsbedarf der Verwaltungsleute in Sachen Partizipation, aber auch ökologischer Baum- und Grünflächenpflege anmahnen, worin sie selber Laien sind, half er seinerseits großzügig mit Fachliteratur aus.
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Überhaupt redete Heinrich Mechelhoff mit uns BürgerInnen immer offen und auf Augenhöhe, wusste nachhaltig einige Illusionen zu nehmen und war im komplexen Mediationsverfahren stets um praktikable Vorschläge und konsensfähige Lösungen bemüht, jedoch unmissverständlich klar und bestimmt, wenn Grenzen aufgezeigt werden mussten, die er als Beamter einfach nicht überschreiten konnte.
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Der Beteiligung von BürgerInnen an Planungsprozessen, die schließlich die Entwicklung und Gestaltung ihrer Kieze betrafen, stand er erfrischend aufgeschlossen gegenüber, wurde über vier Jahre hindurch nicht müde, aktiv an den Sitzungen des Mediationsverfahrens im WSA teilzunehmen, und tat dabei ausgesprochen viel dafür, dass sich zwischen Ämtern und BürgerInnen eine Atmosphäre wechselseitigen Vertrauens entwickeln konnte.
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Als sich im Lauf einer gemeinsamen Kanalbereisung im vergangenen Mai das Gespräch um Rente und Pension drehte und jemand andeutete, dass er, Mechelhoff, doch bald so weit sein müsse, erschrak er sichtlich und rief aus: „Was? So alt wirke ich schon?!“ und scherzte: “Vor kurzem noch hätte mich das gekränkt, aber man gewöhnt sich…”
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Die schwere Krankheit, die kurz darauf diagnostiziert wurde, muss für Heinrich Mechelhoff gänzlich überraschend gekommen sein. Letzten Mittwoch ist er ihr im Alter von nur 62 Jahren erlegen.
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Heinrich Mechelhoff hinterlässt menschlich und beruflich eine übergroße Lücke.
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Wir bedauern seinen Tod zutiefst und möchten seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen unser aufrichtiges Mitgefühl ausdrücken.
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Die Bäume am Landwehrkanal
Berlin, 9. Januar 2012



EMB sagte,
11. Januar, 2012 um 12:58
Dem kann ich mich – vollkommen überrascht und betroffen – nur anschliessen!