Kappung heißt eben nicht Fällung
Zwar wurden die von den übereifrigen Kolonnen des Außenbezirks Neukölln durch rigorose Strauchrodung an verschiedenen Kreuzberger Uferabschnitten verursachten Schäden zwecks Ausgleichsmaßnahmen noch immer nicht gutachterlich taxiert − wahrscheinlich möchte man noch etwas zuwarten, auf dass neue Triebe das Malheur einigermaßen kaschieren −, doch die schon zur Fällung freigegebene Weide auf der sog. Wasserbauinsel im Tiergarten, die auf Betreiben der BürgervertreterInnen und des Baumsachverständigen Barsig lediglich gekappt wurde, zeigt augenfällig, wie sinnvoll eine solch erhaltende Maßnahme ist. Im Tot- oder Biotopholz sich entwickelnde Klein- und Kleinstlebewesen, nistende Höhlenbrüter oder im hohlen Stamm Quartier nehmende Fledermäuse etc. − all das konstituiert ein artenreiches, ökologisch besonders wertvolles Kleinbiotop, das sich jetzt an einer Stelle fortentwickelt, wo Fällung nur einen kahlen Fleck hinterlassen hätte.
Nachhaltige Pflege am Salzufer
Zur Ausgleichsmaßnahme für die Fällungen im Bereich der Unterschleuse, nämlich Strauchpflanzungen entlang des Salzufers in Charlottenburg, hat die Meßzelle e.V. − ein gemeinnütziger Verein an der TU Berlin − ein Pflanzkonzept gemäß des geltenden und vom WSA so gerne vergessenen Unterhaltungsplans entwickelt.
Folgende Ziele wurden dabei formuliert:
- Strauchpflanzungen mit einheimischen Sträuchern zur Abgrenzung und Befestigung der Uferböschung
- Aufbau einer nachhaltigen Strauchhecke zur ökologischen Aufwertung (Naturschutzmaßnahme)
- Rückdrängung des unerwünschten und pflegeintensiven Pappelaufwuchses (Pflegemaßnahme: Umbau des Hybridpappel-Bestandes gemäß U-Plan zu einem naturnahen Bestand).
Mit der Umsetzung hat das WSA anschließend allerdings eine Fremdfirma beauftragt. Wesentlich bleibt jedoch, dass sich die ehrenamtliche Arbeit der Meßzelle immerhin in der Auftragsbeschreibung niederschlug und deren Einhaltung wird vor Ort kontrolliert.


