BaumschützerInnen-Info vom 06.10.08
Der havarierte Anleger
Ganz oben auf der WSA-Prioritätenliste des zu Sanierenden rangiert natürlich der abgerutschte Riedel-Anleger an der Kottbusser Brücke. Dort, wo alles anfing, soll noch in diesem Herbst in die Planungsphase eingetreten werden, andernfalls es die einzuhaltenden Fristen unmöglich machten, die Sanierung vor Anbruch der nächsten Schifffahrtssaison abzuschließen. Dem WSA schwebt eine 1:1-Restaurierung vor, über Wasser denkmalgerechter als darunter, und dies, so räumte Amtsleiter Scholz freimütig ein, eigentlich durchweg und überall −, wenn hier nur nicht das Mediationsverfahren davor wäre. Aber dies solle nun halt Ideen sammeln…
Mit den Mitgliedern des AK Sanierung wurde jedenfalls ein Ortstermin vereinbart. Das WSA will kurzfristig eine wasserbautechnische Bestandsaufnahme beibringen, der genannte Arbeitskreis möge dann ein Grobkonzept des Bauablaufs entwickeln und dem Forum in seiner November-Sitzung zur Beschlussfassung vorlegen.

Oliver Ginsberg sagte,
6. Oktober, 2008 um 23:55
Das ist genau das, was keiner wollte: Ein weiteres konzeptloses Herumgeflicke, wie es am Kanal seit Jahrzehnten praktiziert wurde, und die BI macht sich zum Büttel dieser Art von Verschlimmbesserung in der naiven Hoffnung, durch Zwischenrufe Schlimmeres verhindern zu können.
Wo eigentlich soll im Übrigen der Sinn des Denkmalschutzes an dieser Stelle sein, die schon durch die Anlegerbauten hoffnungslos verhunzt ist. Da täte es dann auch schlichter Beton und es wäre an anderer Stelle Geld übrig für ein wirklich optisch stimmiges städtebauliches Ensemble.
Aber genau dazu braucht es eben ein städtebauliches Gesamtkonzept. Das sehen eigentlich alle ein, außer offensichtlich diejenigen, die beim WSA und im Bundesministerium Verantwortung tragen.
So wird zum Schluss eine teure Lösung entstehen, die keiner haben wollte, wenn nicht bald der Widerstand wieder heftiger wird.
BaL sagte,
7. Oktober, 2008 um 2:29
Also, dass alle einsähen, es bedürfe zur Restaurierung des Riedel-Anlegers eines städtebaulichen Gesamtkonzepts, ist eine kühne Behauptung. Dass hier der Handlungsbedarf am dringlichsten ist, scheint vielmehr einhellige Meinung, und der nun entgegenzuhalten, man müsse zunächst eine Gesamtplanung, also noch ein, zwei Jahre abwarten, gäbe einen doch ohne Not der Lächerlichkeit preis.
Andererseits liegen die Dinge hier doch relativ einfach und die verschiedenen Nutzungsinteressen auf der flachen Hand. Es gibt bekanntlich keine Bäume, kaum Ufervegetation, kaum Kleinhabitate (wenn man mal von der Steinschüttung als Wasservogelrastplatz absieht bzw. wären hier dann A&E-Maßnahmen fällig
) und für eine ökologische Umgestaltung ohnehin keinen Platz.
Wieso also nicht gerade am Ausgangspunkt der ganzen Geschichte mal konkret werden und unsere Interessen und Ansprüche konkret formulieren – und selbstredend auch die Menschen in einer noch zu überlegenden Form befragen und mit einbeziehen, vor allem auch jene Mehrheit mit Migrationshintergrund?! Und wenn wir zu wenig über Bestand und Gegebenheiten wissen, dann lässt es sich hoffentlich mal schlagend demonstrieren…
Eine 1:1-Sanierung wird es jedenfalls mitnichten geben! Da bedarf’s von unserer Seite keiner Zwischenrufe, sondern lediglich eines klaren Nein – und zwar am Verhandlungstisch.