BaumschützerInnen-Info vom 13.06.08
Baumgutachter Barsig vom WSA mit der baumsachverständigen Aufsicht betraut
Um dafür Sorge zu tragen, dass der Baumbestand am Corneliusufer in Mitte und am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg in bestmöglicher Weise geschont und geschützt werde, wenn in Vorbereitung der kommenden Herbst geplanten Spundwand-Einpressung im Bereich der betongesicherten Bäume in Kürze die Kampfmittelsondierung und -räumung1 erfolgt − vor allem aber während der Phase der eigentlichen Einpressung der sechs Meter langen Stahlbohlen −, hat das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) nunmehr den renommierten Baumexperten, Dr. Michael Barsig, offiziell beauftragt. Bei der Durchführung beider Maßnahmen ist er im Interesse des optimalen Baumschutzes der gleichfalls beauftragten Gartenbaufirma gegenüber weisungsbefugt.
Dr. Barsig, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Statik und Verkehrssicherheit von Bäumen sowie für Baumpflege, ein neutraler, von BaumschützerInnen berlinweit geschätzter Gutachter, der stets baumfreundlich und, wenn irgend vertretbar, im Interesse des Baumerhalts urteilt, steht auf Grundlage eines regulären Beratervertrags schon seit geraumer Zeit den Bäumen am Landwehrkanal fachlich zur Seite. Auch für andere Berliner Baumschutzinitiativen von Pankow über Kreuzberg bis Köpenick hat er fundierte Fachgutachten erstellt, die in vielen Fällen bereits todgeweihte Bäume retten konnten. Wo nicht, wie jüngst im Gleimviertel, handelte es sich zumeist um „politische“ Fällungen.
Von dreien dem WSA seitens der BügervertreterInnen vorgeschlagenen Sachverständigen ihres Vertrauens hatte Barsig schließlich den Zuschlag erhalten. Alles scheint jetzt von der Kooperationsbereitschaft der verantwortlichen BezirksvertreterInnen abzuhängen, von denen einige offenbar die Bäume als ihrer alleinigen Verfügungsgewalt unterliegend betrachten, BürgerInnenbeteiligung als nervende Einmischung in ihren Amtsbereich empfinden und allenfalls einen engen Rahmen abzustecken bereit sind, worin der bestellte Baumsachverständige, dessen Bestallung sie unverhohlen missbilligen, agieren darf.
Wie berichtet, hatten sich die AnwohnervertreterInnen sowie BI und Verein Bäume am Landwehrkanal mit der Einpressung von Stahlspundwänden einverstanden erklärt, weil dadurch endlich die berühmt-berüchtigten Brockelmannschen Würfel verschwinden können, doch wegen der langen Lieferfristen der Spezialbohlen (Z-Profil) sowie der zeitaufwendigen Ausschreibungsregularien ist damit leider vor November nicht mehr zu rechnen.
Viel zu spät wird übrigens die fachlich von Anbeginn höchst zweifelhafte und gegenwärtig, da die Wachstumsperiode längst begonnen hat, besonders schädigende monströse Anbindung der betreffenden Bäume durch Anlegung einer elastischen, entsprechend dem Dickenwachstum nachjustierbaren Manschette unter die Spanngurte „baumfreundlich“ modifiziert, was eigentlich längst hätte geschehen müssen und tatsächlich auch schon für Mitte Mai geplant gewesen war.
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1Die Arbeiten, ursprünglich auf den 5.6. terminiert und schon zum zweiten Mal verschoben, sollen jetzt am 23.6. beginnen.