BaumschützerInnen-Info vom 23.1.08

Vom Für und Wider von Spundwänden und ihren Varianten

Den breitesten Raum nahm indessen die Diskussion der vom WSA vorgeschlagenen Spundwand-Lösung ein, sei sie nun temporär und als ohnehin notwendige Baustelleneinrichtung konzipiert oder aber als Dauerlösung zunächst im Bereich der 370 Meter Uferzone, in denen momentan noch die Bäume durch Würfel oder vielleicht auch auf der 3,5 km langen Strecke, die durch Bauzäune gesichert werden müssen. – Eine Besichtigung des lärmarmen Einpressverfahrens sei übrigens Ende Febr./Anfang März am Teltowkanal möglich, und zwar im Hafen Tempelhof.

Zu seinem Vorschlag, nach einer baumfreundlicheren Anbindung der Bäume an die Betonwürfel zu suchen, was unser Zeitfenster einen gehörigen Spalt weiter öffnen würde, mochte sich Wolfgang Leder, Revierleiter in Mitte, erst auf Nachfrage äußern und berichtete dann lediglich, dass er von seinen Vorgesetzten das Okay für eine alternative Vertäuung erhalten habe, doch wie sie nun im einzelnen aussieht, führte er nicht weiter aus, behauptete jedoch, dass die Bäume anschließend jahrelang mit den Betonklötzen klarkämen, was doch ziemlich verwundert. Dies mal dahingestellt, hätten wir rein theoretisch auf jeden Fall bis nächsten Winter Zeit, praktikable Alternativen zu den Würfeln zu finden. Auch die These, dass das Wurzelwerk von Bäumen eine Böschung stabilisieren könne, mochte Leder nicht gelten lassen und sei deshalb auf die einschlägigen Forschungsergebnisse der „Kooperations- und Beratungsstelle für Umweltfragen“ (KUBUS) an der TU verwiesen.

Auf Nachfrage Winfried Lückings, Leiter des Flussbüros beim BUND, warum angesichts der langen Lieferfristen das WSA die Spundbohlen nicht längst bestellt habe, wenn sie doch ohnehin als Baubehelf erforderlich seien, erklärte Hildebrandt, man habe dem Beschluss des Forums nicht vorgreifen und keine vollendeten Tatsachen schaffen wollen [doch sei hier der Hinweis gestattet, dass die Berechnungen zur Statik sehr wohl durchgeführt und vom staatlich bestellten Prüfingenieur bereits abgesegnet worden sind und andererseits auch schon durchgerechnet wurde, dass, wenn die Stahlbohlen im Mai einträfen und bis zur Verwendung im Spätherbst zwischengelagert und bewacht werden müssten, sich die Kosten für die ganze Unternehmung selbst bei Berücksichtigung des steigenden Stahlpreises schlicht verdoppeln würden].

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